Wir für den Menschen

Trendsport Klettern für Krankenpflegeschüler

Würzburg I 12.08.2019

Klettern erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Trendsportart ist mittlerweile fester Bestandteil auf dem Lehrplan der Würzburger Krankenpflegeschule. Pflegepädagogin Jutta Graf geht mit den Auszubildenden im ersten Jahr an die Indoor-Kletterwand. Eine tolle Gelegenheit für die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger, um sich selbst in koordinierter Bewegung wahrzunehmen und Gemeinschaft zu erleben.

„Klettern ist eine ideale Sportart für die Krankenpflege", ist Jutta Graf überzeugt. Die Pflegepädagogin ist ausgebildete Klettertrainerin und sieht in ihrem Sport ausgezeichnete Möglichkeiten, um einen Ausgleich für die physischen und psychischen Herausforderungen des Pflegeberufs zu finden. Gesundheitsförderung und –prävention gehört mit zum Lehrplan der Pflegeausbildung. „Körperspannung, Koordination und volle Konzentration auf sich selbst – das verlangt das Bewältigen einer Kletterwand vom Einzelnen", erklärt Graf. „Beim Klettern kann man den Alltag hinter sich lassen und schnell abschalten. Voll bei dem zu sein, was ich gerade tue, ist Voraussetzung, dass ich nicht aus der Wand falle. Ich kann nicht klettern und gleichzeitig überlegen, was ich morgen bei Patient Meier für eine Pflegemaßnahme treffe", versichert die Pflegepädagogin.

Klettern ist ein Partnersport, denn er erfordert einen Sicherungspartner, dem ich mein Leben anvertrauen kann. Diese Aufgabe verantwortungsvoll zu übernehmen und sich auf den anderen verlassen zu können, ist Grundvoraussetzung für sicheres Klettern. Nicht umsonst wird der Klettersport mittlerweile bei Teambuilding-Prozessen eingesetzt, bei denen Kollegen gemeinsam durch gegenseitige Unterstützung und Motivation Hindernisse überwinden. Beim Gemeinschaftserlebnis Klettern lernen sich Auszubildenden außerhalb der Schulräume ganz anders kennen. Die Klassengemeinschaft erfährt am Beginn ihrer dreijährigen Ausbildung eine nachhaltige Verstärkung und Vertiefung. „Durch Anfeuern und Mut machen erreichen die jungen Leute neue Höhen, die alleine nicht möglich gewesen wären", stellt Graf immer wieder fest.

Auch Schulleiter Stefan Kolbert ist überzeugt, dass eigene Grenzen erkennen und sie anzuerkennen eine wichtige Kompetenz für Pflegefachkräfte darstellt. „Mit unserem Kletterprojekt fördern wir das Selbstbewusstsein, die Offenheit für Neues und die eigene Einschätzung der Leistungsfähigkeit. Beste Voraussetzungen, um im Beruf vor Burn-out und anderen stressbedingten Erkrankungen geschützt zu sein", erklärt er. Die Schüler des Unterkurses waren jedenfalls restlos begeistert und freuen sich schon jetzt auf die Exkursion in den Kletterwald im dritten Ausbildungsjahr. Ein besonderer Dank gilt unserer Betriebskrankenkasse BKK ProVita, deren Unterstützung solche Aktiv-Veranstaltungen für unsere Pflegeveranstaltung erst möglich machen.